Johann Hinrich Fehrs wurde geboren als siebentes von zwölf Kindern eines Kätners, der sich auch als Tierarzt betätigte. Nach seiner Ausbildung zum Lehrer unterrichtete er an verschiedenen Schulen und leitete von 1865 bis 1903 in Itzehoe zusammen mit seiner Frau Maria Amalia (gest. 1899) eine von ihr gegründete Privatschule für Mädchen. Die Schule wurde danach von der Stadt übernommen und als Gymnasium weitergeführt. In Anerkennung seiner Leistungen erhielt Fehrs von der Stadt ein jährliches Altersruhegehalt, das es ihm erlaubte, sich nun allein dem Schreiben zu widmen.
Seine ersten literarischen Arbeiten verfasste er Anfang der 1870er Jahre auf Hochdeutsch, wechselte aber bald zum Niederdeutschen. Schon sein erster plattdeutscher Prosatext, die 1876 veröffentlichte Novelle 'Lüttj Hinnerk', war ein Erfolg. Als sein bedeutendstes und bekanntestes Werk gilt der 1907 erschienene Roman ‚Maren‘.
Fehrs, der auch als Lyriker hervortrat, zählt mit Reuter, Groth und Brinckman, die eine Generation vor ihm wirkten, zu den Begründern der neuen niederdeutschen Literatur im 19. Jahrhundert. 1916, kurz nach seinem Tod, gründete sich die Fehrs-Gilde, die als Gesellschaft für niederdeutsche Sprachpflege, Literatur und Sprachpolitik bis heute aktiv ist und sich der Pflege des Fehrs’schen Werks und der Förderung der niederdeutschen Sprache und Literatur verschrieben hat (http://www.fehrsgilde.de/index.htm).
Zitat
De jungen Lüüd von’n Lann, wenn se to Stadt treckt, leggt mit den beierwandschen Rock ok ehr Modersprak achter sik, un daför spreekt se en Hochdüütsch, dat een slecht to Moot warrt, wat se seggt, klingt denn so hoochbenig, so instudeert, so unwohr. Se verleert mit de Moderspraak en Stück von ehr Seel.
– Johann Hinrich Fehrs: Kinnerdank, den wi uns‘ plattdüütsche Modersprak schüllig sünd
Werke (in Auswahl)
- Maren. En Dörp-Roman ut de Tid von 1848 – 51
- Allerhand Slag Lüd. Vertelln
- Ut Ilenbeck. Veer Geschichten
- Lüttj Hinnerk. En plattdütsche Geschicht
- Kattengold. Vertelln