Johann D. Bellmann gilt als einer der bedeutendsten Autoren der niederdeutschen Gegenwartsliteratur.
Der Bauernsohn besuchte ein Gymnasium in Buxtehude und studierte ab 1950 in Tübingen, Heidelberg, Göttingen und Wien Theologie, Germanistik und Theaterwissenschaft. Zwischen 1954 und 1956 unterbrach er sein Studium und arbeitete im Bergbau, als Schiffsjunge und in der Landwirtschaft und besuchte eine Schauspielschule in Wien. Ab 1960 war er 13 Jahre lang im höheren Schuldienst in Hamburg und Heide/Holstein tätig und ging danach als Dozent für Deutsch an die Theologische Akademie der Evangelischen Landeskirche Hannover in Celle-Hermannsburg. 1982 kehrte er auf den elterlichen Hof in Nindorf zurück, den er neben seiner schriftstellerischen Tätigkeit bewirtschaftete.
Bellmann schuf von den fünfziger Jahren an ein vielfältiges Werk, zu dem Gedichte, Erzählungen und Romane ebenso gehörten wie Hörspiele und Theaterstücke, zudem philologische und theologische Arbeiten sowie ein von ihm herausgegebenes plattdeutsches Gesangbuch.
Bellmann erhielt zahlreiche Auszeichnungen, darunter den Klaus-Groth-Preis und den Niederdeutschen Literaturpreis der Stadt Kappeln.
Zitat
Du, Opa, seggt Lüttjepütt, woher kümmt de Wind? – Vun överall her. – Un wo geiht he hen? – Overall hen. – Un keen hett em maakt? – He sik sülven. – Kann een dat: sik sülven maken?
– Johann Diedrich Bellmann: Lüttjepütt oder In Grootvadder sien Hüüs
Werke (in Auswahl)
- Inseln ünner den Wind
- Lüttjepütt oder In Grootvadder sien Hüüs
- Margareta Jansen
- Paradiestiet
- Uns Herrgott sien Daglöhner un anner Vertelln