Unscharfer Hintergrund:
Niederdeutscher Autor 1643–1718

Jobst Sackmann

Jacobus Sackmann

Orte besuchen

Der Sohn eines Fleischermeisters und Kirchenvorstehers besuchte zunächst in Hannover die Lateinschule und danach in Bremen das zwischen höherer Schule und Hochschule angesiedelte „Gymnasium illustre“. Anschließend studierte er in Jena Theologie. Nach einer Zwischenstation im Kloster Loccum wurde er 1680 Pastor an der St.-Nikolai-Kirche in Limmer, einem Dorf, das heute ein Stadtteil von Hannover ist und zu dessen Kirchspiel noch drei weitere Orte gehörten.

Berühmt wurde Sackmann durch seine volkstümlichen, auf Platt gehaltenen Predigten, in denen er das, was er in der Gemeinde, aber auch in Kirche und Gesellschaft als Missstand und Sittenverfall ansah, mit Witz und in deftigen Worten anprangerte. 

Plattdeutsch befand sich zu dieser Zeit in den norddeutschen Kirchen bereits auf dem Rückzug, weshalb Sackmann mit seinen Predigten ein Publikumsmagnet war. Ihn zu bestaunen reisten auch die Städter aus Hannover an, die von ihm verachteten „Perückendreihers“. Seine rustikale Art trug Sackmann neben viel Sympathie auch manche Anfeindungen und Auseinandersetzungen mit dem kurfürstlichen Konsistorium ein. Gedruckt wurden seine Predigten erst nach seinem Tod. 

Von mehreren unter seinem Namen veröffentlichten Texten gelten vier als authentisch.

Zitat

Ick hebb dan, wat de Apostel Paulus dä; he säggt: Melk hebb ick ju to drinken gäwen, as den lüttjen Kinnern …un ik will et nich afstrieden, dat de Melk woll mitunner en bätken suer wesen is.

– Jobst Sackmann: Predigt över Sirach 7,31

Werke (in Auswahl)

  • Plattdütsche Predigten

Literaturorte zu Jobst Sackmann

Weitere Autoren entdecken

Erkunden Sie die niederdeutsche Literatur