Unscharfer Hintergrund: Hans Much in einer Porträtzeichnung von Emil Stumpp
Hans Much in einer Porträtzeichnung von Emil Stumpp
Hans Much in einer Porträtzeichnung von Emil Stumpp
Niederdeutscher Autor 1880–1932

Hans Much

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Nach Gymnasialzeit und Abitur in Neustrelitz studierte der Pastorensohn in Marburg, Kiel, Berlin und Würzburg Medizin. Nach Approbation und Promotion forschte er auf dem Gebiet der Tuberkuloseimmunität. Nach ihm sind die „Muchschen Granula“ (in tuberkulösem Untersuchungsmaterial auftretende Körnchen) benannt. 1907 übernahm Much die Leitung der Abteilung für Serologie und experimentelle Therapie am Eppendorfer Krankenhaus in Hamburg, zehn Jahre später auch die Leitung des dortigen Tuberkulose-Forschungsinstituts. 1912 heiratete er Marie Lenhartz, die Tochter seines Chefarztes. In den folgenden Jahren unternahm er Forschungsreisen in den Nahen Osten.

Bei Ausbruch des Ersten Weltkriegs wurde er in Ägypten interniert. Nach seiner Freilassung war er im Militärsanitätsdienst in Osteuropa tätig. Nach Gründung der Universität Hamburg (1919) wurde er dort Professor für Serologie. Er war Miteigentümer eines pharmazeutischen Unternehmens, das die „Spalt“-Tablette auf den Markt brachte.

Much war nicht nur als Forscher ein sehr produktiver Autor. Er publizierte zu philosophischen und kunsthistorischen Themen und betätigte sich als plattdeutscher Schriftsteller: Zwischen 1914 und 1920 veröffentlichte er lyrische Werke, darunter einen „nedderdütschen Doodendanz“ sowie Aufsätze zu unterschiedlichen Themen, unter anderem zu Immanuel Kants Bedeutung für die Gegenwart.

Er starb in Hamburg und wurde in Nottensdorf in der Nähe von Stade beigesetzt.

Zitat

Frauke Marleen, / Nu hest du min Hart, / Hest all, wat ik bün, / Un all, wat ick ward. / Min stäwigen Knaken, / Min Arm un min Been, / De sünd nu din eigen, / Lütt Frauke Marleen!

– Hans Much: Leiw

Werke (in Auswahl)

  • In't Kinnerland. Kinnerleeder un Schattenbiller
  • To Hus. En Mund vull plattdütsche Rimels
  • En nedderdüütschen Doodendanz
  • Immanuel Kant, un wat wi mit em tau daun hewwen

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