Der Sohn eines Schneidermeisters wuchs in Bremen in ärmlichen Verhältnissen, aber innerlich „riek as en König“ auf. Nach der Schule konnte er sich den Wunsch, Lehrer zu werden, wegen der finanziellen Situation seiner Familie nicht erfüllen und arbeitete zunächst als Laufbursche für eine Buchhandlung. Deren Inhaber verschaffte ihm eine Lehrstelle in einer Wollfirma. Während seiner erfolgreich absolvierten Ausbildung zum Kaufmann lernte Droste Englisch und erweiterte seine literarischen Kenntnisse.
Die Laufbahn im Handelskontor endete abrupt, als er im Alter von zwanzig Jahren an einer Sehnerventzündung erkrankte und innerhalb kürzester Zeit erblindete. Droste schlug sich zunächst als Straßenhändler durch und besuchte dann in Hannover eine Blindenschule. Dort erlernte er die Korbflechterei, die ihm nach seiner Rückkehr nach Bremen den Lebensunterhalt ermöglichte. 1893 heiratete er und bekam mit seiner Frau Sophie fünf Kinder. Ihnen erzählte er beim Korbflechten viele Geschichten aus seiner Kindheit. Auf Anregung seiner ältesten Tochter diktierte er ihr und seiner Frau einige dieser Erzählungen mit dem Ziel, sie zu veröffentlichen.
Ab 1908 brachte er in kurzer Folge zuerst hoch-, bald darauf plattdeutsche Geschichtenbände heraus, deren Erfolg es ihm erlaubte, vom Schreiben zu leben. Vom Diktieren ging Droste dazu über, seine Texte auf einer Blindenschreibmaschine zu tippen. Die größte und nachhaltigste Resonanz erzielte er mit der Roman-Trilogie „Ottjen Alldag“, deren Bände erstmals zwischen 1913 und 1916 erschienen. In ihrem Titelhelden spiegelt der Autor die eigene Kindheit und Adoleszenz.
Droste veröffentlichte noch eine Reihe anderer Werke, aber es waren vor allem die „Ottjen Alldag“- Bücher, die ihren Autor im ganzen niederdeutschen Sprachraum populär und in seiner Heimatstadt zu einem hochgeehrten Mann machten.
Zitat
All’ wollen se dat grote Weltwunner, dat Sonndagskind, sehn! Kinner keemen jo alle Dage up’r Welt, aber ditt weer denn doch to afsonnerlich! Bie A l l d a g s weer up’n S o n n d a g wat Lüttjes kamen. Bie A l l d a g s ! Up’n S o n n d a g!
– Georg Droste: Ottjen Alldag un sien Kaperstreiche. Een plattdütsch Kinnerleben an’r Waterkante
Werke (in Auswahl)
- Sunnenschien un Wulken. Ernste Vertellsels un vergnögde Döntjes
- Ottjen Alldag un sien Kaperstreiche. Een plattdütsch Kinnerleben an’r Waterkante
- Ottjen Alldag un sien Lehrtied. Een Vertellsel ut ’n Bremer Kopmannsleben
- Ottjen Alldag un sien Moorhex. Een Vertellsel ut ’n Kinner- un Leefsleben
- Jann von’n Moor un anner Geschichten ut Stadt un Land
- Ut mien Muskantentied un annere lustige Geschichten
- Old Bremer Toll- un Smuggelgeschichten un anner lustige Vertellsels