Fritz Lau, Sohn eines Fischers, begann mit 17 Jahren bei der Post. Zunächst beschäftigt im Kieler Raum, arbeitete er in der Folge längere Zeit im Rheinland und an anderen Orten in Deutschland. Ab 1897 war er in Glückstadt ansässig. Zur Zeit des Ersten Weltkriegs, an dem Lau wegen seiner Wehrdienst-Untauglichkeit nicht teilnahm, hatte er mit „Helden to Hus“, einem Band mit patriotischen Durchhaltegeschichten, angesiedelt im von Kriegsnöten geprägten Alltag, großen Erfolg.
1923 ging Lau vorzeitig in den Ruhestand, um sich von da an ganz der Schriftstellerei zu widmen. Unter dem Motto „Wat mi so öwern Weg leep“ schrieb er zahlreiche Erzählungen und Gedichte, denen oft amüsante, ins Skurrile gewendete, Beobachtungen zugrunde liegen. Hinzu kommen zwei Romane, in denen es um Generationenkonflikte in bäuerlichen Familien geht. Schon vor der NS-Machübernahme las Lau auf Veranstaltungen der NSDAP. Er trat 1937 der Partei bei, war „Förderndes Mitglied“ der SS und gehörte zu dem von Nationalsozialisten gegründeten und protegierten „Eutiner Dichterkreis“. Neben Beiträgen für die „Heimatbriefe“ der NS-Ortsgruppe von Glückstadt veröffentlichte er 1943 unter dem Titel „Twee Wöer“ eine Ode an Adolf Hitler. Für aktive Verstrickungen in NS-Verbrechen oder antisemitische Hetze gibt es keine Belege.
In der Bundesrepublik präsentierte sich Lau wieder als unpolitischer Chronist der „kleinen Leute“ seiner Heimat. Die aus dieser Perspektive erzählten Geschichten machten ihn zu seinen Lebzeiten zu einem der populärsten zeitgenössischen Dichter plattdeutscher Sprache. 1955 wurde Lau zum Ehrenbürger von Glückstadt ernannt, wo auch ein Platz nach ihm benannt ist. Dort ist die Aufstellung einer Hinweistafel geplant, die über seine Rolle im nationalsozialistischen Deutschland aufklärt. Entsprechende Erläuterungen sind auch für die Dauerausstellung zu Lau im städtischen Detlefsen-Museum vorgesehen.
Zitat
Bi uns to Huus wör keen Wort Hoochdütsch snackt. Full dar doch mal’n hoochdütsch Wort, denn sä dar forts een: „Brick di de Tung man ni af!“
– Fritz Lau: Bi uns to Huus
Werke (in Auswahl)
- Wat löppt de Tiet. Utsöcht Vertellen
- Kinnerland
- Ebb un Flot - Glück un Not
- Jungs un Deerns von de Waterkant
- Drees Dreesen. Een Stück Minschenleben
- Elsbe. En Stück Minschenleben
- Wat mi so öwer'n Weg löp