Der Sohn eines Dorfschullehrers legte 1847 in Arnsberg sein Abitur ab und studierte im Anschluss in Münster Theologie und Philosophie. Daneben belegte er philologische Lehrveranstaltungen. Nach zwei Semestern gab er das Theologiestudium und damit auch das Vorhaben, Priester zu werden, auf und widmete sich ausschließlich dem Studium der germanistischen und der klassischen Philologie. 1852 bestand er das Staatsexamen für das gymnasiale Lehramt mit den Fächern Latein, Griechisch, Deutsch, Geografie und Geschichte. In den folgenden Jahren unterrichtete er an Schulen in Arnsberg, Brilon und Münster. 1856 wechselte er an ein Gymnasium in Paderborn, wo er Oberlehrer wurde und bis zum Jahr 1872 unterrichtete. 1858 heiratete er Emilie Düser, mit der er elf Kinder hatte.
Die sechzehn Jahre in Paderborn waren Grimmes fruchtbarste Zeit als Schriftsteller. Er schrieb Gedichte, Erzählungen und Komödien auf Hoch- und Plattdeutsch, deren Themen und Motive vor allem seiner sauerländischen Heimat entstammten. Neben seiner literarischen und schulischen Arbeit komponierte er Kirchenmusik und unternahm volkskundliche und botanische Forschungen. Nach ihm ist die Gattung Grimmeodendron aus der Familie der Wolfsmilchgewächse benannt. 1872 wechselte Grimme auf die Direktorenstelle eines Gymnasiums in Heiligenstadt im thüringischen Eichsfeld. 1875 wurde er mit der Ehrendoktorwürde der Akademie Münster sowie mit dem königlich-preußischen Roter-Adler-Orden IV. Klasse ausgezeichnet.
Friedrich Wilhelm Grimme ließ sich aus gesundheitlichen Gründen 1885 vorzeitig pensionieren und zog mit seiner Familie nach Münster, wo er zwei Jahre später starb. Er ist dort auf dem Zentralfriedhof beerdigt.
Zitat
Et liet en Duarp im Strunzerdal, / Ick draff et jau nit nennen; / Doch bai düt äine Stücksken hört, / Dai weert et foortens kennen. Sau maket geren Windjuchhäi / Un konnt sau füärnehm spriäcken, / Un het doch vak‘ im Schappe nix / To byiten un te briäcken.
– Friedrich Wilhelm Grimme: Wind
Werke (in Auswahl)
- Grain Tuig. Schwänke und Gedichte in sauerländischer Mundart
- Jaust un Durtel oder de Kiärmissengank. Lustspiel
- Uemmer up de olle Hacke. Lustspiel
- De Kumpelmäntemäker oder Hai mott wier friggen
- Lank un twiäß düär't Land. Vertallt un geluagen in Surländsk Platt