Unscharfer Hintergrund: Friedrich Freudenthal mit seinem Bruder August
Friedrich Freudenthal mit seinem Bruder August
Friedrich Freudenthal mit seinem Bruder August
Niederdeutscher Autor 1849–1929

Friedrich Freudenthal

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Der Sohn eines Maurers wuchs bei seinen Großeltern in Fintel auf, wo sein Großvater Lehrer der Dorfschule war. Der Wunsch des lernbegierigen und lesefreudigen Jungen, ebenfalls Lehrer zu werden, blieb unerfüllt. Wegen der finanziell beschränkten Verhältnisse blieb das seinem Bruder August vorbehalten. Friedrich Freudenthal durchlief von 1864 bis 1866 eine Ausbildung zum Schreiber beim Gerichtsvogt in Lamstedt.

Als Soldat nahm er 1866 in Diensten des Königreichs Hannover am Krieg gegen Preußen teil. Danach arbeitete er in verschiedenen Orten als Postgehilfe. 1870/71 war er wieder als Soldat an der Front, dieses Mal im Krieg des Deutschen Reiches gegen Frankreich, und wurde schwer verwundet. Nach der Genesung war er im nordrhein-westfälischen Altena drei Jahre lang als Schreiber tätig. Unzufrieden mit seiner Situation, siedelte er nach New York über und arbeitete dort als Handlungsgehilfe. Heimweh ließ ihn allerdings bald wieder die Rückreise antreten. 

1879 brachte Freudenthal mit Erfolg sein erstes Buch, eine Sammlung von Gedichten und Geschichten, unter dem Titel „Bi’n Füür“ heraus. Zwei Jahre später heiratete er die Lehrertochter Magdalena Gathmann, mit der er drei Kinder hatte. Von 1881 bis 1884 war Freudenthal Postbeamter in Fintel, danach Bürgermeister in Soltau. Allerdings hielt es den Unsteten auch hier nur drei Jahre, dann wechselte er in den Journalismus und arbeitete als Redakteur bei Zeitungen in Lüneburg sowie im heute zu Hamburg gehörenden Ottensen. 1891 kehrte er wieder nach Fintel zurück, wo er von da an als Landwirt und freier Schriftsteller lebte.

Freudenthal veröffentlichte neben plattdeutschen Erzählungen, Gedichten und Theaterstücken auch hochdeutsche Werke, darunter seine Erinnerungen an die Militärzeit. Gemeinsam mit seinem Bruder August begründete er 1895 die Zeitschrift ‚Niedersachsen – Halbmonatsschrift für Geschichte, Landes- und Volkskunde, Sprache und Litteratur Niedersachsens‘, deren niederdeutschen Teil er 30 Jahre lang leitete.

Zitat

Ol Murmann Krischan Riebesehl leeg nachts in’n Bedd, as he up enmal sin leßte Stunnen rankamen föhl. „Dortjen“ sä he to sin Froo, „ mak gau Licht an, ick mutt starwen!“ – „Och wat“, sä Dortjen, „dat kannst noog in’n Düstern dohn!“ – Darbi dreih se sik rüm na de Wand. – As Dortjen den annern Morgen to Gang köm, wör ehr Krischan dod. „Süh!“ sä se, „hev ick Di doch Unrecht dahn – ick dach, dat dat man wedder so’n Knäp von Di wesen wören.“

– Friedrich Freudenthal: Krischan Riebesehl un sin Knäp

Werke (in Auswahl)

  • Bi'n Füer. Geschichten un Gedichten ut de Lünebörger Heide
  • In de Fierabendstied. En plattdütsch Geschichtenbook
  • Wied un sied. En plattdüütsch Geschichtenbook
  • De Freewarwer. En Burnstück in enen Uptogg
  • Adjüs, Amerika! Hochdeutsche und plattdeutsche Erzählungen

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