Unscharfer Hintergrund: Ferdinand Krüger
Ferdinand Krüger
Ferdinand Krüger
Niederdeutscher Autor 1843–1915

Ferdinand Krüger

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Der Sohn eines Gerichtsschreibers  machte 1862 das Abitur in Brilon. Danach studierte er in München zunächst Philologie und Philosophie, wechselte aber bald zur Medizin mit weiteren  universitären Stationen in Greifswald und Würzburg. Am Krieg von 1866, den Preußen gegen Österreich mit seinen Verbündeten führte, nahm Krüger im Sanitätsdienst teil. Im Jahr darauf promovierte er in Berlin mit einer Arbeit „Über chronische Bleivergiftung“. 1869 ließ er sich in Linden bei Bochum nieder, wo er bis 1911 als Knappschaftsarzt und Leiter des Lindener Krankenhauses arbeitete. Krüger, der zweimal verheiratet war, hatte sechs Töchter. Seinen im Juli 1911 begonnenen Ruhestand verbrachte er nach einem kurzen Aufenthalt in Berlin-Dahlem in Bredeney bei Essen, wo er am 8. Februar 1915 starb. 

Krüger veröffentlichte Gedichte, Erzählungen, Schauspiele und schrieb drei Romane, von denen einer unvollendet blieb. In ihnen liefert er Genrebilder des dörflichen Lebens, thematisiert aber auch die gesellschaftlichen Umbrüche, die um die Mitte des 19. Jahrhunderts die Ausbreitung des Kohlebergbaus im bis dahin landwirtschaftlich geprägten Ruhrgebiet auslöste. Krüger gehört zu den Autoren des 19. Jahrhunderts, die die Tauglichkeit der Niederdeutschen für die literarische Behandlung ernster Themen unter Beweis stellten und die Sprache damit aus der einseitigen Bindung an humoristische Sujets lösten.    

Zitat

Kampsbuer, de en Frönd van Holthövel was, un sinen Hoff in de Ruhrgiegend liggen harr, wo se all lange Tid den Biärgbau bedrewen, harr em faken klagt, dat’t an de ganße Ruhr baolle kinen regelären Buern mähr gäff, wil de Zechen dao alls rungeneeren deihen; de Lännerien göngen dao te Grunn, üöwerall könn’m graute Löcker seihen.

– Ferdinand Krüger: Rugge Wiäge

Werke (in Auswahl)

  • Rugge Wiäge
  • Hempelmanns Smiede
  • Witte Liljen und andere Erzählungen
  • Westfälische Volkssagen

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