Die Tochter eines Waldarbeiters ergriff mit vierzehn nach dem Abschluss der Volksschule selbst diesen Beruf und arbeitete zudem in der Landwirtschaft. Von 1926 an war sie zwei Jahre lang als Bürogehilfin in Groß Dölln (OT Templin) tätig. Nach einer längeren Arbeitsunfähigkeit, verursacht durch einen Operationsfehler, ging sie 1935 als Bürokraft nach Berlin. Schon zwei Jahre später kehrte sie wegen einer Erkrankung ihrer Mutter nach Bebersee zurück und arbeitete bis 1945 als Angestellte im Forstamt Schorfheide. Nach dem Krieg wurde sie Lehrerin in Bebersee und Groß Dölln. Bereits Ende der zwanziger Jahre hatte Erna Taege zu schreiben begonnen. In den dreißiger und vierziger Jahren veröffentlichte sie erste Sammelbände mit Gedichten und Erzählungen, die das Leben auf dem Land im Zeichen wirtschaftlicher und gesellschaftlicher Umbrüche thematisieren. Ihr platt- und hochdeutsch geschriebenes Werk, das auch Romane, Theaterstücke und Kinderbücher umfasst, fand ein großes Publikum. 1949 heiratete sie den Buchhalter Fritz Röhnisch und zog mit ihm nach Templin. Dort baute das Ehepaar ein Volkskundemuseum auf (heute: Museum für Stadtgeschichte), ein Projekt, das Röhnisch bereits 1932 als Mitarbeiter des Landkreises angeregt hatte. Er wurde Direktor des 1957 eröffneten Museums und Erna Taege-Röhnisch arbeitete viele Jahre lang als Volkskundliche Mitarbeiterin für das Haus. Zudem engagierte sie sich auch außerhalb ihres schriftstellerischen Werks für den Erhalt und die Erforschung der plattdeutschen Sprache. Von 1952 bis 1955 sammelte sie niederdeutsche Sprachbelege für das Brandenburg-Berlinische Wörterbuch der Akademie der Wissenschaften in Berlin. Sie nahm an gesamtdeutschen Niederdeutsch-Tagungen in Bad Bevensen teil und versuchte, ein solches Treffen auch in der DDR zu organisieren. Nach dem Beginn ihres Ruhestands 1969 widmete sie sich wieder verstärkt der schriftstellerischen Arbeit. Erna Taege-Röhnisch wurde mehrfach ausgezeichnet, unter anderem mit dem Freudenthal- und dem Fritz-Reuter-Preis.
Zitat
Wenn du in den Speegel kickst, / un een ganz frömmt Gesicht / kickt dor rut, / / denn schloch nich / den Speegel in Scherben, // Denn goh in di rin / un rüm ut. …
– Erna Taege-Röhnisch: Vör ‘n Speegel
Werke (in Auswahl)
- De Handorgel
- Wind ümt Huus
- Wind över de Heid
- Tieden un Lüd
- En Vogel hett sungen