Unscharfer Hintergrund:
Niederdeutsche Autorin 1894–1969

Alma Rogge

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Die Tochter eines Marschenbauern kam nach dem Schulbesuch mit 17 Jahren auf ein Internat nach Bad Kreuznach. Dort befreundete sie sich mit Hanna Wisser, die später Schauspielerin und Alma Rogges Lebensgefährtin wurde. Ihr Vater war der Märchenforscher Wilhelm Wisser. Er ermutigte Alma Rogge, die schon als Jugendliche schriftstellerische Versuche unternommen hatte, auf Plattdeutsch zu dichten.

Während des Ersten Weltkriegs veröffentlichte sie erste Gedichte und schrieb das Theaterstück „Up de Freete“, das Richard Ohnsorg in Hamburg in seinen Spielplan aufnahm. In derselben Zeit bereitete sich Rogge auf die Reifeprüfung vor und legte 1918 ihr Abitur ab. Anschließend studierte sie Germanistik, Kunstgeschichte und Philosophie in Göttingen, Berlin, München und in Hamburg, wo sie als Studienfach Niederdeutsch hinzunahm. 1926 promovierte sie über „Das Problem der Gestaltung im deutschen Lustspiel“. Parallel dazu schrieb sie weitere Theaterstücke, Erzählungen und Gedichte, deren Motive und Figuren sie vielfach der heimatlichen Marschenlandschaft entnahm. 1927 trat sie eine Stelle im Bremer Verlag Carl Schünemann an, wo sie die redaktionelle Leitung der Monatszeitschrift „Niedersachsen“ übernahm. Fünf Jahre später verließ sie den Verlag und wurde freie Schriftstellerin. Nach dem Tod ihrer Eltern baute sie in Bremen-Rönnebeck am Weserufer ein Haus, in dem sie von 1939 bis zu ihrem Lebensende wohnte, ab 1945 zusammen mit Hanna Wisser (verheiratete Thimig).

In der NS-Zeit gehörte Rogge zu dem von Nationalsozialisten gegründeten und geförderten „Eutiner Dichterkreis“. Sie war kein NSDAP-Mitglied, lehnte den Anfang April 1933 ausgerufenen Boykott jüdischer Geschäfte ab und stand noch lange zu ihrem jüdischen Lektor. Gleichwohl vertrat sie antisemitisches Gedankengut: Die „jüdische Rasse“ war ihrer Ansicht nach nicht in die „germanische Rasse“ integrierbar. Nach dem Zweiten Weltkrieg leitete Rogge wieder die „Niedersachsen“-Redaktion und veröffentlichte in den folgenden Jahrzehnten bis zu ihrem Tod 1969 eine Reihe weiterer hoch- und niederdeutscher Erzählungen, Bühnenstücke, Hörspiele und Gedichte. Zu den Auszeichnungen, die Rogge für ihr literarisches Werk erhielt, gehören der Literaturpreis der Provinz Hannover, der Quickborn-Preis und der Preis der Oldenburgischen Landschaft.

Zitat

Wo ik her kaam / is dat Land so free un wiet, / waßt dat Gras un blöht de Klee, / rüükt de Luft na Solt un See, / blaenkert Water, ruschelt Reit, / jaagt de Wulken, Wind de weiht / Wo ik her kaam

– Alma Rogge: Wo ik her kaam

Werke (in Auswahl)

  • Op de Freete
  • De Vergant-Schoster
  • In de Möhl
  • Dor harr’n Uhl seten
  • Twee Kisten Rum
  • De Straaf
  • Hinnerk mit’n Hot
  • Diertje van Dornum

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